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16. Biotech Press-Lounge im IZB: Ein neuer „Atlas für menschliche Herzzellen“ kann zukünftig zu maßgeschneiderten und personalisierten Therapien führen

Dr. Nägler von Wellington Partners, Dr. Reichart von der Genetic Harvard Medical School und Heimo Adamski von 4GENE präsentierten die Arzneimitteltherapien der Zukunft bzw. warfen den Blick auf künftige Schlüsseltechnologien
16.03.2023

16th Biotech Press-Lounge at the IZB: A new “atlas for human heart cells” may lead to customized and personalized therapies in the future

Dr. Naegler of Wellington Partners, Dr. Reichart from Genetics at Harvard Medical School and Heimo Adamski from 4GENE presented the drug therapies of the future and took a look at future key technologies
March 16, 2023

Heimo Adamski, Dr. Karl Nägler, Anouschka Horn, Dr. Daniel Reichart und Dr. Peter Hanns-Zobel (v. l. n. r.)

16th Biotech PressLoung – Heimo Adamski, Dr. Karl Nägler, Anouschka Horn, Dr. Daniel Reichart and Dr. Peter Hanns-Zobel (l. to r.)

Martinsried bei München, 16. März 2023 – Die Biotech Press Lounge des Innovations- und Gründerzentrums für Biotechnologie (IZB) hat sich als beliebtes Netzwerktreffen für Multiplikator:innen aus der Biotech-, Pharma- und Venture Capital-Branche sowie Journalist:innen etabliert: Am 16. März 2023 trafen sich rund 70 Gäste im IZB Faculty Club G2B (Gateway to Biotech) zu drei Impulsvorträgen und anschließendem Austausch. Dr. Karl Nägler vom Münchner VC Wellington Partners stellte Thesen über die Arzneimitteltherapien der Zukunft auf. Dr. Daniel Reichart von der Harvard Medical School präsentierte den Atlas für menschliche Herzzellen, auf dessen Basis zukünftig personalisierte Therapien für Herzkrankheiten entwickelt werden können. Das IZB-Start-up 4Gene berichtete über seine Plattform-Technologie zur Herstellung veredelter Moleküle, die die Welt verändern könnten.  Moderiert wurde die Veranstaltung von Anouschka Horn vom Bayerischen Fernsehen.

Dr. Peter Hanns Zobel, Geschäftsführer des IZB, eröffnete die Veranstaltung mit einer Begrüßungsrede: „Ich freue mich, dass so viele Branchenvertreter:innen unserer Einladung zur Biotech Press Lounge gefolgt sind. Die Life Sciences-Branche ist hoch innovativ, und es ist immer wieder faszinierend, sich über den wissenschaftlichen Fortschritt und die aktuellen und zukünftigen Trends in der Biotechnologie auszutauschen.“

Im ersten Vortrag des Events warf Dr. Karl Nägler, Managing Partner bei Wellington Partners, einen Blick in die Zukunft der Arzneimitteltherapie, Stand 2043. Basierend auf der Beobachtung, dass technologische Disruptionen häufig antizipierbar sind, wenn man einen Blick auf die Trends und Bedürfnisse der Gegenwart wirft, stellte Nägler verschiedene Thesen auf. Um Krankheiten heilen zu können, würden therapeutische Modalitäten zukünftig immer komplexer, intelligenter und individualisierbarer. Die Digitalisierung würde Drug Discovery und Development rationaler und damit effizienter machen, sodass eine größere Anzahl neuer Medikamente schneller und zu niedrigeren Kosten auf den Markt kommen könnte. Auch die Prävention verzeichne eine steigende Bedeutung und könnte zukünftig nicht nur zu einer frühen Diagnose, sondern auch zu präventiven Eingriffen führen. „Basierend auf diesen Annahmen, halte ich Gentherapien, insbesondere das Gene Editing, für eine Schlüsseltechnologie der Zukunft. Das setzt Technologien voraus, die noch sicherer sind als heute, und deren Ergebnisse sich vollständig vorhersagen lassen. Einige solcher Technologien sind bereits in der frühen Entwicklung, auch unterstützt von Wellington Partners, und werden zu einem Paradigmenwechsel in der Arzneimitteltherapie führen.“

Thematisch daran anknüpfend, präsentierte Dr. Daniel Reichart, Postdoctoral Fellow Department of Genetic Harvard Medical School und XTransplant Consultant, in seinem Vortrag neue diagnostische und therapeutische Ansätze in der kardiovaskulären Medizin. Ein menschliches Herz schlägt täglich rund 100.000-mal, es kann sich dabei an erhöhte Intensitäten adaptieren – wie zum Beispiel während des Sports –, um danach wieder in einen Ruhezustand zurückzukehren. Dafür ist eine perfekte Choreografie verschiedener, sehr spezifischer Herzmuskelzellen nötig, die miteinander abgestimmt arbeiten und kommunizieren. Das Projekt „Human Heart Cell Atlas“ zeigt hier nun mit Hilfe der Einzelzell- und Einzelnukleus-RNA-Sequenzierung eine – zuvor unbekannte – zelluläre und molekulare Vielfalt des menschlichen Herzens auf. Die dabei erreichte hohe Sensitivität ermöglicht eine genaue Charakterisierung der Genaktivität jedes einzelnen Herzzelltyps und derer Subtypen – was wiederum hilft zu verstehen, wie eine lebenslange Leistungsfähigkeit des Herzens erreicht wird und wie sich dieses Zusammenspiel während einer Erkrankung unterscheidet. „Letztendlich können diese grundlegenden Erkenntnisse in der Zukunft zu maßgeschneiderten Therapien führen und damit eine personalisierte Medizin für Herzkrankheiten schaffen, die für jeden Patienten und jede Patientin die Wirksamkeit der Behandlung verbessert“, so Reichart.

Heimo Adamski, Geschäftsführender Gesellschafter der 4GENE GmbH, sprach in seinem Vortrag über eine neue Plattform-Technologie für „Improved Molecules“. Die Wasserlöslichkeit von pharmazeutischen Wirkstoffen stellt oft eine große Hürde in der Darreichungsform von Medikamenten dar. Daher werden sie als Tabletten angeboten und sind insbesondere bei der Einnahme durch Patienten mit Schluckstörungen (Dysphagie) ein Problem. Die von 4GENE entwickelte Technologie-Plattform für die Glykosylierung von kleinen Molekülen kann hier Abhilfe schaffen und verbessert die Wasserlöslichkeit von aktiven Wirkstoffen um das bis zu 5.000-fache. Dies ermöglich andere Darreichungsformen von Medikamenten und verbessert das Patientenwohl. Neben dem Einsatz der Glykosylierung im pharmazeutischen Umfeld eignet sich die Technologie auch für den Einsatz bei Duft- und Aromastoffen in der Kosmetik, bei Lebensmitteln und selbst für industrielle Anwendungen. „Am Ende zählt beim Kunden wie immer der Preis und wir sind stolz, nicht nur die technische Machbarkeit zu demonstrieren, sondern auch eine wirtschaftliche Produktion der Glykoside für unsere Kunden realisieren zu können“, sagte Adamski, und erläuterte den Einsatz der Technologie in den unterschiedlichen Marktsegmenten anhand vieler praxisnaher Beispiele.

Fotomaterial von der Veranstaltung finden Sie auf unserer Website zum Download: https://www.izb-online.de/mediathek/bildergalerien/

Über das Innovations- und Gründerzentrum für Biotechnologie (IZB)
Die 1995 gegründete Fördergesellschaft IZB mbH betreibt das Innovations- und Gründerzentrum für Biotechnologie (IZB) mit den Standorten in Planegg-Martinsried und Freising-Weihenstephan. Das IZB zählt zu den führenden Biotechnologiezentren Europas. Auf 26.000 m2 sind derzeit mehr als 40 Biotech-Unternehmen und Life-Science-Firmen mit über 700 Mitarbeitern ansässig. Hier wird an der Entwicklung von Medikamenten gegen schwerste Krankheiten wie Krebs, Alzheimer und verschiedene Autoimmunkrankheiten gearbeitet. Ein wesentliches Kriterium für den Erfolg der IZBs ist die räumliche Nähe zur Spitzenforschung auf dem Campus Martinsried/Großhadern und dem Campus Weihenstephan. Auch die Infrastrukturmaßnahmen wie der Faculty Club G2B (Gateway to Biotech), das Hotel CAMPUS AT HOME, der Kindergarten Bio Kids sowie die Restaurants SEVEN AND MORE und THE BOWL Food Lounge sind Standortfaktoren, die von den Unternehmensgründern sehr geschätzt werden. Erfolgreiche Unternehmen, die aus dem IZB hervorgegangen sind, sind u. a. adivo (heute Zoetis), Corimmun (heute Janssen-Cilag), Crelux (heute Wuxi AppTec), Exosome Diagnostics (gekauft von Bio-Techne), ibidi, Immunic Therapeutics, Medigene, Micromet (heute Amgen), MorphoSys (bald Novartis), Octopharma oder Rigontec (heute MSD) sowie SIRION Biotech (heute Perkin Elmer). Weitere Informationen unter www.izb-online.de.

Pressekontakt sowie Bildmaterialanfragen:
Marion Köhler
Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Fördergesellschaft IZB mbH,
Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie
Am Klopferspitz 19
D-82152 Planegg-Martinsried
Telefon: +49 (0)89/55 279 48-17
E-Mail: koehler@izb-online.de
Website: www.izb-online.de

Martinsried near Munich, March 16, 2023 – The Biotech Press Lounge of the Innovation and Start-up Center for Biotechnology (IZB) has established itself as a popular network meeting for multipliers from the biotech, pharmaceutical and venture capital industries as well as journalists: On March 16, 2023, around 70 guests met in the IZB Faculty Club G2B (Gateway to Biotech) for three keynote speeches and subsequent exchanges. Dr. Karl Nägler from Munich’s VC Wellington Partners presented hypotheses about drug therapies of the future. Dr. Daniel Reichart from Harvard Medical School presented an atlas for human heart cells, based on which personalized therapies for heart diseases can be developed in the future. The IZB start-up 4Gene reported on its platform technology for producing refined molecules that could change the world. The event was moderated by Anouschka Horn from Bavarian Television (Bayerisches Fernsehen).

Dr. Peter Hanns Zobel, Managing Director of the IZB, opened the event with a welcome speech: “I am delighted that so many industry representatives have accepted our invitation to the Biotech Press Lounge. The life sciences industry is highly innovative, and it is always fascinating to exchange views on scientific progress and current and future trends in biotechnology.”

In the first talk of the event, Dr. Karl Nägler, Managing Partner at Wellington Partners, took a look into the future of drug therapy, circa 2043. Based on the observation that technological revolutions can often be anticipated when looking at present trends and needs, Nägler put forward various hypotheses. To be able to cure diseases, therapeutic modalities will become increasingly complex, intelligent and customizable in the future. Digitization will make drug discovery and development more rational and therefore more efficient, so that larger numbers of new drugs can reach the market faster and at lower costs. Prevention is also gaining increasing importance and could not only lead to early diagnosis in the future, but also to preventive interventions. “Based on these assumptions, I consider gene therapies, especially gene editing, to be a key technology of the future. This requires technologies that are even safer than today, where the results can be entirely predicted. Some of such technologies are already in early development, also supported by Wellington Partners, and will lead to a paradigm shift in drug therapy.”

Related to this, in his talk Dr. Daniel Reichart, postdoctoral fellow at the Genetics Department at Harvard Medical School and consultant at XTransplant, presented new diagnostic and therapeutic approaches in cardiovascular medicine. A human heart beats around 100,000 times a day, it can adapt to increased intensities ­­– such as during sport – and then return to a resting state. This requires perfect choreography between various, very specific heart muscle cells which work and communicate in a coordinated manner. The “Human Heart Cell Atlas” project, using single-cell and single-nucleus RNA sequencing now reveals the – previously unknown – cellular and molecular diversity of the human heart. The high sensitivity achieved in this way enables precise characterization of the gene activity of each individual heart cell type and its subtypes – which in turn helps us understand how lifelong cardiac performance is achieved and how this interaction differs during disease. “Ultimately, this fundamental knowledge can lead to tailored therapies in the future and thus create personalized medicine for heart diseases that can improve the efficacy of treatment for every patient,” said Reichart.

Heimo Adamski, Managing Partner of 4GENE GmbH, spoke about a new platform technology for “Improved Molecules”. The water solubility of active pharmaceutical ingredients often represents a major hurdle for drug dosage formulations. They are therefore offered as tablets, which are a problem, especially when taken by patients with swallowing disorders (dysphagia). The technology platform developed by 4GENE for the glycosylation of small molecules can remedy this and improve the water solubility of active ingredients by up to 5,000-fold. This enables alternative drug dosage formulations and improves patient well-being. In addition to the use of glycosylation in the pharmaceutical field, the technology is also suitable for use in fragrances and aromas in cosmetics, foods and even in industrial applications. “In the end, as always, what counts for the customer is the price and we are proud not only to demonstrate the technical feasibility, but also to achieve economical production of the glycosides for our customers,” said Adamski, and explained the use of the technology in different market segments using many practical examples.

Photographic material from the event can be downloaded from our website: https://www.izb-online.de/mediathek/bildergalerien/

About the Innovation and Start-up Center for Biotechnology (IZB) in Martinsried near Munich
The Fördergesellschaft IZB mbH, founded in 1995, operates the Innovation and Start-up Center for Biotechnology (IZB) with sites in Planegg-Martinsried and Freising-Weihenstephan. The IZB is one of the leading biotechnology centers in Europe. More than 40 biotech and life science companies with over 700 employees are currently located on 26,000 square metres. Here, work is being done on developing drugs for the most serious diseases, such as cancer, Alzheimer’s, and various autoimmune diseases. A key criterion for the success of the IZBs is the physical proximity to cutting-edge research on the Martinsried/Grosshadern campus and the Weihenstephan campus. The infrastructure measures, such as the Faculty Club G2B (Gateway to Biotech), the hotel CAMPUS AT HOME, the kindergarten Bio Kids as well as the restaurants SEVEN AND MORE and THE BOWL Food Lounge, are also location factors that are highly valued by the founders of the companies. Successful companies that emerged from the IZB include adivo (now Zoetis), Corimmun (today Janssen-Cilag), Crelux (today Wuxi AppTec), Exosome Diagnostics (bought by Bio-Techn), ibidi, Immunic Therapeutics, Medigene, Micromet (today Amgen), MorphoSys (soon Novartis), Octopharma or Rigontec (now MSD) as well as SIRION Biotech (today Perkin Elmer). More information at www.izb-online.de.

Press contact and photo material requests:
Marion Köhler, Head of Public Relations
Fördergesellschaft IZB mbH,
Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie
Am Klopferspitz 19
D-82152 Planegg-Martinsried
Phone: +49 (0)89/55 279 48-17
E-Mail: koehler@izb-online.de
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