[wpml_language_selector_widget]
[wpml_language_selector_widget]
Logo IZB Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie
Logo IZB Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie
IZB Signet
IZB Signet
Interview mit Frank Wallrapp, CEO, Twogee Biotech
Interview mit Frank Wallrapp, CEO, Twogee Biotech

Aus Reststoff wird Rohstoff

Aus Reststoff wird Rohstoff

Juni 2026
June 2026
Maisfeld, teilweise abgeerntet
Im Interview erklärt CEO Frank Wallrapp, wie Twogee Abfälle in nachhaltige Rohstoffe umwandelt.
Im Interview erklärt CEO Frank Wallrapp, wie Twogee Abfälle in nachhaltige Rohstoffe umwandelt.
Biomasse wird heute oft verbrannt, obwohl sie voller wertvoller Bausteine steckt. Genau hier setzt Twogee Biotech an. Das Start-up aus Martinsried entwickelt maßgeschneiderte Enzymcocktails, die faserhaltige Bio-Reststoffe in nachhaltige Rohstoffe der zweiten Generation zerlegen und sie damit für industrielle Anwendungen nutzbar machen. Im Interview spricht CEO und Mitgründer Frank Wallrapp über Enzyme als Werkzeuge der Bioökonomie, den Weg vom Konzern zum Start-up und darüber, warum Wirtschaftlichkeit der Schlüssel zur Kreislaufwirtschaft ist.
Biomasse wird heute oft verbrannt, obwohl sie voller wertvoller Bausteine steckt. Genau hier setzt Twogee Biotech an. Das Start-up aus Martinsried entwickelt maßgeschneiderte Enzymcocktails, die faserhaltige Bio-Reststoffe in nachhaltige Rohstoffe der zweiten Generation zerlegen und sie damit für industrielle Anwendungen nutzbar machen. Im Interview spricht CEO und Mitgründer Frank Wallrapp über Enzyme als Werkzeuge der Bioökonomie, den Weg vom Konzern zum Start-up und darüber, warum Wirtschaftlichkeit der Schlüssel zur Kreislaufwirtschaft ist.
Herr Wallrapp, Twogee ist ein junges Unternehmen. Wie ist die Idee entstanden?
Mein Mitgründer Helge Jochens und ich kennen uns schon seit vielen Jahren. Damals haben wir bei der Clariant Biotech an industriellen Enzymen gearbeitet, unter anderem zur Zersetzung von Biomasse. Als Clariant diesen Bereich eingestellt hat, war für uns klar: Das Thema ist zu relevant, um es einfach liegenzulassen. Wir hatten schon länger Ideen, wie man das Ganze breiter als Plattform aufziehen kann, und haben diese Konzepte dann relativ schnell umgesetzt. In dieser frühen Phase hat uns auch die Aufnahme in den MAxL Incubator Ende 2024 geholfen, weil wir dort unsere ersten eigenen Prototypen entwickeln und die Gründung vorantreiben konnten.

Was macht Twogee – möglichst einfach erklärt?
Im Prinzip verbinden wir zwei Welten: Auf der einen Seite gibt es große Mengen biologischer Reststoffe, die heute meist verbrannt oder in Biogasanlagen genutzt werden – also energetisch, aber nicht stofflich. Auf der anderen Seite brauchen moderne Chemie und Biotechnologie große Mengen Zucker als Rohstoff, bislang allerdings fast ausschließlich aus Nahrungs- oder Futterpflanzen, also aus sogenannten 1G-Rohstoffen. Wir helfen dabei, diese beiden Welten mit einer wirtschaftlichen Lösung zu verknüpfen.

Dafür setzen wir spezielle Enzyme ein, die man sich wie Scheren vorstellen kann. Diese zerschneiden die Biomasse gezielt in ihre einzelnen Bausteine, und setzen so vormals in den Fasern gebundene und für uns Menschen und Tiere nicht verfügbare Zucker frei. Diese sogenannten 2G-Zucker stammen daher nicht aus lebensmittelbasierten Quellen, sondern aus Reststoffen und können als nachhaltige Ausgangsstoffe in der Industrie weiterverwendet werden. Wir haben ein großes Portfolio verschiedener „Scheren“ und nutzen als deren Produktionssystem einen Pilz, den wir so modifizieren können, dass er genau den richtigen Enzymcocktail kostengünstig herstellt. Entscheidend ist dabei, dass alles genau auf die jeweiligen Reststoffe abgestimmt ist und in einem Maßstab funktioniert, der auch industriell sinnvoll ist. Unsere Produkte sind biomasse-spezifischen Enzymlösungen, die wir unseren Kunden für die Umwandlung ihrer Biomasse zu 2G-Zucker und anderen nachhaltigen Chemikalien auslizensieren.

Mit welchen Reststoffen arbeiten Sie besonders intensiv?
Wir schauen weniger auf die Industrie als auf zwei zentrale Kriterien: Menge und Wirtschaftlichkeit. Das Material muss in ausreichender Menge vorhanden sein und möglichst gleichmäßig übers Jahr anfallen, um es nicht lagern zu müssen. Wir konzentrieren uns auf faserhaltige Reststoffe, zum Beispiel Agrarspelzen, Holz- und Papierabfälle oder Nebenströme aus der Lebensmittelproduktion wie Biertreber oder Kleie. Entscheidend ist immer der Business Case. Was ist der heutige und der mögliche Wert des Materials? Muss man dafür bezahlen es loszuwerden, oder bekommt man bereits etwas dafür? Von der Wertsteigerung zu 2G-Zucker hängt dann ab, ob sich unser Ansatz für ein Unternehmen lohnt.

Wo steht Twogee heute in der Entwicklung seiner Plattform?
Technisch sind wir bereits sehr weit. Obwohl wir bei null angefangen und keine Technologie von unserem früheren Arbeitgeber übernommen haben, konnten wir dank unseres tiefen Expertenwissens und jeweils mehr als 10 Jahren Industrieerfahrung mit ähnlichen Themen unsere Prozesse und Produkte sehr schnell und effizient aufbauen. Jetzt liegt unser Fokus klar auf Kundenprojekten und Produktentwicklung.

Haben Sie denn schon erste Kunden?
Wir arbeiten bereits mit drei Kunden an spezifischen Lösungen: im Agrarsektor, im Zellstoffbereich und im Abfallsektor. Diese Projekte sind für uns von zentraler Bedeutung, weil wir dort bereits erste Einnahmen generieren und schon bald in die konkrete Produktentwicklung gehen werden.

Herr Wallrapp, Twogee ist ein junges Unternehmen. Wie ist die Idee entstanden?
Mein Mitgründer Helge Jochens und ich kennen uns schon seit vielen Jahren. Damals haben wir bei der Clariant Biotech an industriellen Enzymen gearbeitet, unter anderem zur Zersetzung von Biomasse. Als Clariant diesen Bereich eingestellt hat, war für uns klar: Das Thema ist zu relevant, um es einfach liegenzulassen. Wir hatten schon länger Ideen, wie man das Ganze breiter als Plattform aufziehen kann, und haben diese Konzepte dann relativ schnell umgesetzt. In dieser frühen Phase hat uns auch die Aufnahme in den MAxL Incubator Ende 2024 geholfen, weil wir dort unsere ersten eigenen Prototypen entwickeln und die Gründung vorantreiben konnten.

Was macht Twogee – möglichst einfach erklärt?
Im Prinzip verbinden wir zwei Welten: Auf der einen Seite gibt es große Mengen biologischer Reststoffe, die heute meist verbrannt oder in Biogasanlagen genutzt werden – also energetisch, aber nicht stofflich. Auf der anderen Seite brauchen moderne Chemie und Biotechnologie große Mengen Zucker als Rohstoff, bislang allerdings fast ausschließlich aus Nahrungs- oder Futterpflanzen, also aus sogenannten 1G-Rohstoffen. Wir helfen dabei, diese beiden Welten mit einer wirtschaftlichen Lösung zu verknüpfen.

Dafür setzen wir spezielle Enzyme ein, die man sich wie Scheren vorstellen kann. Diese zerschneiden die Biomasse gezielt in ihre einzelnen Bausteine, und setzen so vormals in den Fasern gebundene und für uns Menschen und Tiere nicht verfügbare Zucker frei. Diese sogenannten 2G-Zucker stammen daher nicht aus lebensmittelbasierten Quellen, sondern aus Reststoffen und können als nachhaltige Ausgangsstoffe in der Industrie weiterverwendet werden. Wir haben ein großes Portfolio verschiedener “Scheren” und nutzen als deren Produktionssystem einen Pilz, den wir so modifizieren können, dass er genau den richtigen Enzymcocktail kostengünstig herstellt. Entscheidend ist dabei, dass alles genau auf die jeweiligen Reststoffe abgestimmt ist und in einem Maßstab funktioniert, der auch industriell sinnvoll ist. Unsere Produkte sind biomasse-spezifischen Enzymlösungen, die wir unseren Kunden für die Umwandlung ihrer Biomasse zu 2G-Zucker und anderen nachhaltigen Chemikalien auslizensieren.

Mit welchen Reststoffen arbeiten Sie besonders intensiv?
Wir schauen weniger auf die Industrie als auf zwei zentrale Kriterien: Menge und Wirtschaftlichkeit. Das Material muss in ausreichender Menge vorhanden sein und möglichst gleichmäßig übers Jahr anfallen, um es nicht lagern zu müssen. Wir konzentrieren uns auf faserhaltige Reststoffe, zum Beispiel Agrarspelzen, Holz- und Papierabfälle oder Nebenströme aus der Lebensmittelproduktion wie Biertreber oder Kleie. Entscheidend ist immer der Business Case. Was ist der heutige und der mögliche Wert des Materials? Muss man dafür bezahlen es loszuwerden, oder bekommt man bereits etwas dafür? Von der Wertsteigerung zu 2G-Zucker hängt dann ab, ob sich unser Ansatz für ein Unternehmen lohnt.

Wo steht Twogee heute in der Entwicklung seiner Plattform?
Technisch sind wir bereits sehr weit. Obwohl wir bei null angefangen und keine Technologie von unserem früheren Arbeitgeber übernommen haben, konnten wir dank unseres tiefen Expertenwissens und jeweils mehr als 10 Jahren Industrieerfahrung mit ähnlichen Themen unsere Prozesse und Produkte sehr schnell und effizient aufbauen. Jetzt liegt unser Fokus klar auf Kundenprojekten und Produktentwicklung.

Haben Sie denn schon erste Kunden?
Wir arbeiten bereits mit drei Kunden an spezifischen Lösungen: im Agrarsektor, im Zellstoffbereich und im Abfallsektor. Diese Projekte sind für uns von zentraler Bedeutung, weil wir dort bereits erste Einnahmen generieren und schon bald in die konkrete Produktentwicklung gehen werden.

Frank Wallrapp, CEO, Twogee Biotech
Frank Wallrapp, CEO, Twogee Biotech
Sie haben Anfang des Jahres eine Seed-Finanzierung eingeworben. Was hat sich dadurch verändert?
Die Finanzierung war für uns ein echter Wendepunkt. Vorher haben wir Gründer alles privat finanziert. Mit dem eingeworbenen Kapital konnten wir ein eigenes Labor am IZB anmieten, ein Team aufbauen und wichtiges Equipment anschaffen. Inzwischen besteht unser Team aus sechs Angestellten und weiteren externen Partnern. Vor allem können wir heute mit echtem Kundenmaterial arbeiten und Experimente in einem Maßstab durchführen, der für unsere Kunden relevant ist. Dadurch können wir nicht nur zeigen, dass unsere Technologie funktioniert, sondern auch, dass sie sich in Richtung industrieller Anwendung skalieren lässt. Das macht unsere Entwicklungen belastbar und wir müssen die größeren Skalierungen mit geringem Risiko nur noch validieren.

Wie sehen die nächsten Schritte aus?
Wir planen eine Series-A-Finanzierung ab Mitte bis Ende 2027. Damit wollen wir unser Setup erweitern und perspektivisch auch international wachsen. Besonders spannend sind für uns Regionen mit viel Biomasse, etwa Südamerika oder Teile von Asien. Dort haben wir bereits erste Kontakte aufgebaut und prüfen, wo wir am schnellsten in die Umsetzung kommen können.

Welche Rolle kann Ihre Technologie bei der Entwicklung einer echten Kreislaufwirtschaft spielen?
Wir sehen uns als Enabler entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die Grundidee ist technologisch nicht völlig neu, aber wir bringen sie auf eine wirtschaftliche Ebene, wie sie so heute kaum existiert. Dafür adressieren wir auf der Prozessseite einen der größten Kostentreiber der Biokonversion: die Enzyme. Viele Biokonversions- oder Bioraffineriekonzepte funktionieren technisch, scheitern aber an den Kosten, weil bestehende Enzymlösungen zu teuer, zu unspezifisch oder nicht effizient genug sind. Genau hier setzen wir mit unseren passgenauen Enzymcocktails an, die kostengünstig vor Ort hergestellt und auf den jeweiligen Reststoff abgestimmt werden können. Damit wird aus einem technisch möglichen Prozess ein wirtschaftlich tragfähiges Modell.

Gleichzeitig bringen wir die verschiedenen Akteure zusammen, von den Reststofferzeugern bis zu den Abnehmern der 2G-Zucker und Basischemikalien. Für uns ist entscheidend: Das ganze System muss sich wirtschaftlich rechnen, unabhängig von staatlichen Förderungen und einzelnen Regionen. Nur dann kann sich ein solches Konzept dauerhaft durchsetzen und industriell skalieren.

Sie haben Anfang des Jahres eine Seed-Finanzierung eingeworben. Was hat sich dadurch verändert?
Die Finanzierung war für uns ein echter Wendepunkt. Vorher haben wir Gründer alles privat finanziert. Mit dem eingeworbenen Kapital konnten wir ein eigenes Labor am IZB anmieten, ein Team aufbauen und wichtiges Equipment anschaffen. Inzwischen besteht unser Team aus sechs Angestellten und weiteren externen Partnern. Vor allem können wir heute mit echtem Kundenmaterial arbeiten und Experimente in einem Maßstab durchführen, der für unsere Kunden relevant ist. Dadurch können wir nicht nur zeigen, dass unsere Technologie funktioniert, sondern auch, dass sie sich in Richtung industrieller Anwendung skalieren lässt. Das macht unsere Entwicklungen belastbar und wir müssen die größeren Skalierungen mit geringem Risiko nur noch validieren.

Wie sehen die nächsten Schritte aus?
Wir planen eine Series-A-Finanzierung ab Mitte bis Ende 2027. Damit wollen wir unser Setup erweitern und perspektivisch auch international wachsen. Besonders spannend sind für uns Regionen mit viel Biomasse, etwa Südamerika oder Teile von Asien. Dort haben wir bereits erste Kontakte aufgebaut und prüfen, wo wir am schnellsten in die Umsetzung kommen können.

Welche Rolle kann Ihre Technologie bei der Entwicklung einer echten Kreislaufwirtschaft spielen?
Wir sehen uns als Enabler entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die Grundidee ist technologisch nicht völlig neu, aber wir bringen sie auf eine wirtschaftliche Ebene, wie sie so heute kaum existiert. Dafür adressieren wir auf der Prozessseite einen der größten Kostentreiber der Biokonversion: die Enzyme. Viele Biokonversions- oder Bioraffineriekonzepte funktionieren technisch, scheitern aber an den Kosten, weil bestehende Enzymlösungen zu teuer, zu unspezifisch oder nicht effizient genug sind. Genau hier setzen wir mit unseren passgenauen Enzymcocktails an, die kostengünstig vor Ort hergestellt und auf den jeweiligen Reststoff abgestimmt werden können. Damit wird aus einem technisch möglichen Prozess ein wirtschaftlich tragfähiges Modell.

Gleichzeitig bringen wir die verschiedenen Akteure zusammen, von den Reststofferzeugern bis zu den Abnehmern der 2G-Zucker und Basischemikalien. Für uns ist entscheidend: Das ganze System muss sich wirtschaftlich rechnen, unabhängig von staatlichen Förderungen und einzelnen Regionen. Nur dann kann sich ein solches Konzept dauerhaft durchsetzen und industriell skalieren.

„Für uns ist entscheidend: Das ganze System muss sich wirtschaftlich rechnen, unabhängig von staatlichen Förderungen und einzelnen Regionen.“
“Für uns ist entscheidend: Das ganze System muss sich wirtschaftlich rechnen, unabhängig von staatlichen Förderungen und einzelnen Regionen.”
Frank Wallrapp, CEO, Twogee Biotech
Frank Wallrapp, CEO, Twogee Biotech
Seit Ende 2025 ist Twogee im Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie (IZB) in Martinsried. Welche Vorteile bietet Ihnen das IZB in der täglichen Arbeit?
Wir profitieren vor allem vom großen Netzwerk am IZB. Man bekommt hier sehr schnell Unterstützung, sei es bei Geräten, Know-how oder ganz praktischen Themen im Alltag. Für uns war auch wichtig, in der Region südlich von München zu bleiben, weil unser Team hier verwurzelt ist. Gleichzeitig profitieren wir weiter vom MAxL-Incubator direkt nebenan. Die kurzen Wege hier am Campus sind ein echter Vorteil und wir fühlen uns sehr wohl.

Zum Abschluss: Wo sehen Sie Twogee in fünf bis zehn Jahren – und was würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?
Wir sehen uns als zentraler Technologieprovider, der die Bioökonomie vorantreibt. Mit unseren maßgeschneiderten Enzymcocktails und Tech-Lizenzierung wollen wir die wirtschaftliche Umwandlung von Reststoffen in nachhaltige Basischemikalien ermöglichen. Wenn uns das im industriellen Maßstab gelingt, leisten wir einen echten Beitrag zur Transformation zu einer nachhaltigen Chemie und Biotechnologie, und zwar weltweit.

Was wir auf dem Weg gelernt haben: Als Wissenschaftler muss man erst einmal verstehen, wie Business funktioniert. Wie baue ich einen Business Case auf? Wie erkläre ich mein Thema fachfremden Personen? Wie gründet man überhaupt, welche Möglichkeiten gibt es? Da haben wir am Anfang auch Fehler gemacht. Programme wie der UnternehmerTUM oder der MAxL-Incubator waren für uns sehr wertvoll, weil sie genau diese Lücke schließen. Wir haben dort gelernt, wie man ein Geschäftsmodell aufsetzt und mit möglichen Investoren spricht. Unser Tipp an zukünftige Gründer ist daher: Nutzt diese Programme, stellt Fragen und fordert das Netzwerk der Mentoren wirklich ein. Wenn man aktiv auf die Leute zugeht, bekommt man unglaublich viel wertvolle Unterstützung.

Seit Ende 2025 ist Twogee im Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie (IZB) in Martinsried. Welche Vorteile bietet Ihnen das IZB in der täglichen Arbeit?
Wir profitieren vor allem vom großen Netzwerk am IZB. Man bekommt hier sehr schnell Unterstützung, sei es bei Geräten, Know-how oder ganz praktischen Themen im Alltag. Für uns war auch wichtig, in der Region südlich von München zu bleiben, weil unser Team hier verwurzelt ist. Gleichzeitig profitieren wir weiter vom MAxL-Incubator direkt nebenan. Die kurzen Wege hier am Campus sind ein echter Vorteil und wir fühlen uns sehr wohl.

Zum Abschluss: Wo sehen Sie Twogee in fünf bis zehn Jahren – und was würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?
Wir sehen uns als zentraler Technologieprovider, der die Bioökonomie vorantreibt. Mit unseren maßgeschneiderten Enzymcocktails und Tech-Lizenzierung wollen wir die wirtschaftliche Umwandlung von Reststoffen in nachhaltige Basischemikalien ermöglichen. Wenn uns das im industriellen Maßstab gelingt, leisten wir einen echten Beitrag zur Transformation zu einer nachhaltigen Chemie und Biotechnologie, und zwar weltweit.

Was wir auf dem Weg gelernt haben: Als Wissenschaftler muss man erst einmal verstehen, wie Business funktioniert. Wie baue ich einen Business Case auf? Wie erkläre ich mein Thema fachfremden Personen? Wie gründet man überhaupt, welche Möglichkeiten gibt es? Da haben wir am Anfang auch Fehler gemacht. Programme wie der UnternehmerTUM oder der MAxL-Incubator waren für uns sehr wertvoll, weil sie genau diese Lücke schließen. Wir haben dort gelernt, wie man ein Geschäftsmodell aufsetzt und mit möglichen Investoren spricht. Unser Tipp an zukünftige Gründer ist daher: Nutzt diese Programme, stellt Fragen und fordert das Netzwerk der Mentoren wirklich ein. Wenn man aktiv auf die Leute zugeht, bekommt man unglaublich viel wertvolle Unterstützung.

[izb_company_signature]
menuchevron-down